Anis
Anis (Pimpinella anisum)
Herbarium

Anis

Pimpinella anisum

Typische Assoziationen für Anis (Pimpinella anisum) sind Ouzo und Weihnachtsgebäck. Dabei blickt der Doldenblütler (Apiaceae) auf eine lange Karriere als Heilpflanze zurück, die im Altertum ihren Anfang nahm. Vermutlich stammt die "Heilpflanze des Jahres 2014" aus den Ländern der östlichen Mittelmeerregion und des Nahen Ostens. Dort trifft man den sogenannten Süßen Kümmel und Römischen Fenchel auch heute noch wild in größeren Mengen an, vor allem auf Wiesen, sonnigen Standorten und nährstoffreichen Böden. Hier erreicht die krautige Pflanze Wuchshöhen von meist 25 bis 50 cm. In Deutschland kommen die einjährigen Anispflanzen wild selten vor. Sie sind mit bekannten Küchen- und Heilkräutern wie Dill, Fenchel, Kümmel und wilder Möhre verwandt und besitzen einen süßlichen, milden und blumigen Geschmack. Die gemahlenen reifen Früchte bzw. Samen haben in den Küchen vieler Länder einen festen Platz im Gewürzregal.

Für Anis charakteristisch ist ein aromatischer Geruch, der durch das wohlschmeckende ätherische Öl Anethol (Anisi aetholerum) hervorgerufen wird. Bei diesem handelt es sich um den Hauptinhaltsstoff der Anisfrüchte. Anethol und die getrockneten Früchte sind in der pflanzenbasierten Heilkunde sehr beliebt. Bewährt hat sich Anis bei Erkältungen, Verschleimungen, Husten und Bronchitis zur Linderung des Hustenreizes und Förderung des Auswurfs. Blähungen, Magenkrämpfe und Verdauungsbeschwerden gehören ebenfalls zu den traditionellen Anwendungen, da Anis die Verdauungssäfte anregt und eine krampflösende Wirkung hat. Zuletzt fördert Anis die Milchbildung bei Stillenden.

Oft empfiehlt es sich, Anis, Fenchel und Kümmel zusammen zu verzehren. Meist wird Anis als Tee konsumiert. Das ätherische Anisöl lässt sich zudem exzellent für medizinische Bäder oder – verdünnt mit Fett – zum Einreiben verwenden.

Wirkungen

antibakteriell, antioxidativ, auswurffördernd, blähungswidrig, entkrampfend, milchtreibend, pilzhemmend

Anwendungen

Blähungen, Bronchitis, Erkältungen und Infekte, Husten, Koliken und Krämpfe, Magen-Darm-Beschwerden, Menstruationsbeschwerden, Stillen, Verdauungsbeschwerden, Verschleimungen, Völlegefühl

Enthalten in