Artemisinin ist eines der wirksamsten Mittel gegen Malaria und als solches der bekannteste Inhaltstoff des Einjährigen Beifuß (Artemisia annua). Die Heilpflanze ist ein wichtiger Bestandteil der traditionellen chinesischen Volksmedizin. Sie wird in China, Vietnam und Ostafrika großflächig angebaut. Für die Entdeckung von Artemisinin erhielt die chinesische Wissenschaftlerin Tu Youyou 2015 den Medizin-Nobelpreis. Die Gewinnung von Artemisinin ist sehr aufwändig. Der Wirkstoff wird in Form seiner Derivate Artesunat und Artemether sowie als Pflanzenextrakt zur Malaria-Therapie eingesetzt. Der Einsatz artemisininhaltiger Medikamente führte dazu, dass Malaria kein Todesurteil mehr ist. Obwohl die Wirkung von Artemisinin gegen Plasmodien, den einzelligen Parasiten, die die Malaria auslösen, unumstritten und hinreichend dargestellt ist, konnte der Wirkmechanismus noch nicht vollständig geklärt werden.Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass Artemisinin auch bei der Behandlung verschiedener Krebsarten (Leukämie, Bauchspeicheldrüsen-, Darm-, Haut-, Prostatakrebs) eingesetzt werden kann: Der Pflanzenstoff wirkt nicht nur toxisch gegenüber Krebszellen und kann deren Zelltod auslösen, er bildet auch sogenannte Proteinaddukte, die einen Tumor von innen zersetzen können. Ferner scheint Artemisinin zur Behandlung von AIDS sowie Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen geeignet.