Goldrute, Echte
Goldrute, Echte (Solidago virgaurea)
Herbarium

Goldrute, Echte

Solidago virgaurea

Als traditionelle Heilpflanze ist die Echte Goldrute (Solidago virgaurea) schon seit dem Altertum in Gebrauch; ebenso die beiden anderen Arten Solidago canadensis (Kanadische Goldrute) und Solidago gigantea (Riesengoldrute). Der mit dem Löwenzahn, der Ringelblume und dem Wermut verwandte Korbblütler (Asteraceae) ist das Heilkraut Nummer 1 bei Nieren-, Blasen- und Harnleiden, insbesondere Blasenentzündungen. Dafür sind die in der Pflanze enthaltenden Flavonoide (u.a. Rutin) und Saponine verantwortlich. Sie haben eine „leistungssteigernde“ Wirkung der Nieren zur Folge.

Medizinisch wertvoll sind alle oberirdischen Teile der Pflanze. In vielen alten Kräuterbüchern des Mittelalters und der frühen Neuzeit empfahl man die Heilpflanze jedoch eher zur Wundheilung von Verletzungen, Insektenstichen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Fisteln oder Geschwüren, woher auch der volkstümliche Name Wundkraut rührt; unabhängig davon war aber auch damals die harntreibende Wirkung der Goldrute schon bekannt. Während man heute also das Heilkraut eher für innere Anwendungen nutzt, spielte es früher mehr bei äußeren Behandlungen eine Rolle.

Ursprünglich stammt die Echte Goldrute aus Nord- und Mitteleuropa, heute findet sie sich in nahezu allen europäischen und asiatischen Ländern. Die mehrjährige und typisch krautige Pflanze bevorzugt trockene, nährstoffarme Waldlichtungen, Wegränder, Weiden, Gräben und Wiesen mit schweren Böden und tritt meist in größerer Anzahl auf. Sie erreicht durchschnittliche Höhen zwischen 30 und 60 cm, kann im Einzelfall aber auch 100 cm hoch werden.

Wirkungen

antibakteriell, antioxidativ, entwässernd, entzündungshemmend, harntreibend, immunstimulierend, krampflösend, schmerzlindernd

Anwendungen

Blasenentzündung, Blasenschwäche, Entzündungen in Mund und Rachen, Gicht, Harnbeschwerden, Nierenbeschwerden, Nierengrieß und -steine, Rheuma, Wundheilung

Enthalten in