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Borreliose Teil 1: Infektion vermeiden, Symptome erkennen

Es gibt so einige Tierchen, auf die ein Großteil der Menschen vermutlich gut verzichten könnte: Blutsauger wie Stechmücken oder Bremsen zum Beispiel. Meist noch unbeliebter ist jedoch die Zecke (Ixodes ricinus), die auch als Gemeiner Holzbock bekannt ist. Obwohl ihr Stich nicht schmerzt oder juckt, erscheint sie uns als besonders überflüssig. Zecken sind nämlich nicht nur lästig, sondern auch gefährlich: Sie können den Menschen unter anderem mit Borrelien infizieren und Betroffene so einer langwierigen Krankheitsgeschichte aussetzen.

Was ist eine Borreliose?

Der Begriff Borreliose ist eine allgemeine Bezeichnung für verschiedene Infektionskrankheiten, die durch bestimmte Bakterien, so genannte Borrelien, ausgelöst werden. Sticht eine infizierte Zecke ihren Wirt, können die Bakterien übertragen werden. Die in unseren Gebieten bekannteste Borrelie ist die „Borrelia burgdorferi“, ein spiralförmiges Bakterium, das die Lyme-Borreliose verursachen kann. Diese Infektionskrankheit kommt beim Menschen, verschiedenen Säugetieren sowie Vögeln vor und wurde nach der Ortschaft Lyme im US-Bundesstaat Connecticut benannt, in der das Krankheitsbild in den 70er Jahren erstmals beschrieben wurde. Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa und auch in allen Regionen Deutschlands finden sich mit Borrelien befallene Zecken.

Bester Schutz vor Borreliose: Zeckenstich vermeiden

Die Erkrankung an einer Lyme-Borreliose wird vorwiegend durch Zeckenstiche ausgelöst, aber auch andere Insekten wie z. B. Mücken oder Flöhe können die Erreger in seltenen Fällen übertragen. An Borreliose erkrankte Menschen sind hingegen nicht ansteckend. Es gibt keine Impfung gegen Lyme-Borreliose, somit ist der beste Schutz gegen diese Krankheit, wenn es gar nicht erst zu einem Zeckenstich kommt. Der Holzbock wird bei Temperaturen ab 7 Grad Celsius aktiv, somit ist die Zecken-Hauptsaison in der Regel von März bis Oktober. Wer sich zur wärmeren Jahreszeit im Freien aufhält, sollte bestimmte Maßnahmen beherzigen, um einen Zeckenstich zu verhindern.

Es ist ratsam, sich nicht im hohen Gras oder Unterholz aufzuhalten. Zecken bevorzugen eine hohe Luftfeuchtigkeit und fühlen sich in der Laubstreu im Wald besonders wohl. Da es dort selbst im Winter verhältnismäßig mild ist, besteht im Wald sogar zur kalten Jahreszeit Zeckengefahr, vor allem abseits der befestigten Wege. Aber auch lange Grashalme ungemähter Wiesen oder am Wegesrand und Flussufer bieten Zecken einen wunderbaren Platz, um Ausschau nach einem Wirt zu halten.

Geschlossene Schuhe und Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen sorgen für einen guten Schutz gegen Zecken. Es empfiehlt sich T-Shirt oder Hemd in die Hose und die Hosenbeine in die Socken zu stecken. Auch Gummistiefel haben sich bewährt.

Helle, einfarbige Kleidung hat den Vorteil, dass Zecken schneller bemerkt und entfernt werden können, bevor sie zustechen. Die Kleidung und unbedeckten Hautbereiche sollten mehrmals täglich nach Zecken abgesucht werden. Die Parasiten bevorzugen dünne, warme Hautstellen, wie die Kniekehlen, den Bauch- und Brustbereich oder den Schritt. Bei Kindern sind zudem häufig Kopf, Haaransatz und Nacken betroffen. Nun kann es aber bei aller Vorsicht dennoch passieren, dass es zu einem Zeckenstich kommt.

Richtiges Verhalten bei einem Zeckenstich

Im Vergleich zu Bremsen- und Mückenstichen jucken oder schmerzen Zeckenstiche nicht. Das hat einen ganz einfachen Grund: Die Zecke möchte von ihrem Wirt nicht bemerkt werden, um ihre Blutmahlzeit über mehrere Tage ungestört genießen zu können. Damit dies gelingt, sondert sie zusammen mit ihrem Speichel ein Betäubungsmittel ab. Genau deshalb ist es so wichtig, den eigenen Körper nach Aufenthalt in Wald und Wiesen akribisch auf Zeckenstiche zu untersuchen. Da sich die Borrelien zunächst im Mitteldarm der Zecke befinden, dauert es ungefähr 12 bis 24 Stunden bis die Bakterien ins Blut des Wirtes gelangen und es zu einer Infektion kommt. Das heißt also: Je eher die Zecke gefunden und entfernt wird, umso geringer ist das Risiko an einer Lyme-Borreliose zu erkranken.

Experten nehmen an, dass sich lediglich 1,5 bis 6 Prozent aller Gestochenen mit dem Erreger infizieren. Denn bloß 3 bis 35 Prozent der Zecken (je nach Region) sind Träger von Borrelien. Und nicht alle infizierten Personen erkranken auch automatisch. Nur rund 1 Prozent entwickelt tatsächlich Symptome einer Borreliose. Das klingt erst einmal sehr überschaubar. Es ist jedoch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, denn nicht jede Borreliose wird auch erkannt.

Wenn ein Zeckenstich entdeckt wird, heißt es zuallererst: Ruhe bewahren. Sitzt der winzige Blutsauger an einer schwer erreichbaren Körperstelle, empfiehlt es sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen und die Zecke durch jemand anderen entfernen zu lassen. Hierfür eignen sich verschiedene Utensilien, wie zum Beispiel eine Zeckenzange, Pinzette, Zeckenkarte oder ein Zeckenlasso. Falls keines dieser Hilfsmittel greifbar ist, lässt sich die Zecke zur Not auch mit den Fingern entfernen. Wichtig ist, dass der Holzbock möglichst langsam, kontrolliert und vor allem hautnah gegriffen und herausgezogen wird. Auf diese Weise wird ein Quetschen der Zecke und somit das Austreten von eventuell infizierten Körperflüssigkeiten vermieden.

Es kursieren immer wieder die Gerüchte, dass das Beträufeln mit Öl, Benzin oder Alkohol dazu führt, dass die Zecke von allein abfällt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Anwendung dieser Substanzen erhöht das Risiko einer Borrelien-Übertragung, denn die Zecke kann sich dadurch übergeben. Der Holzbock sollte ausschließlich mechanisch entfernt werden. Falls es passiert, dass Teile des Stechapparates abgetrennt werden und in der Haut verbleiben, so ist dies kein Grund zur Panik. Der kleine Fremdkörper wird meist nach einiger Zeit von selbst abgestoßen und stellt in der Regel kein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Nach Entfernung der Zecke sollte die Einstichstelle desinfiziert und mit einem Pflaster bedeckt werden.

Symptome einer Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose kann ganz unterschiedliche Symptome aufweisen. Die Krankheit verläuft üblicherweise in drei Stadien, in denen verschiedene Beschwerden auftreten können. Doch nicht immer müssen diese Phasen, wie im Folgenden beschrieben, durchlaufen werden. Sie können in anderer Reihenfolge auftreten oder deutlich schwerer oder leichter ausfallen. Die Diagnose einer Borreliose ist daher häufig schwierig.

Phase 1 – Hautinfektion

Nach einigen Tagen oder Wochen bildet sich an der Einstichstelle eine Rötung, die meist scharf abgegrenzt und kreisrund ist. Der Durchmesser wird mit der Zeit langsam größer, die Mitte verblasst zusehends. Aufgrund dieser charakteristischen Form der Ausbreitung, wird die Rötung auch Wanderröte (Erythema migrans) genannt. Die Wanderröte ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass eine Lyme-Borreliose vorliegt. Das Problem ist jedoch, dass sie nur in jedem zweiten Infektionsfall auch tatsächlich auftritt. Weitere Symptome sind Fieber, Kopf-, Gelenk- und Muskelbeschwerden sowie die Entstehung einer Bindehautentzündung.

Phase 2 – Streuung des Erregers im Organismus

Nach ungefähr 4 Wochen bis 6 Monaten haben sich die Borrelien im Körper ausgebreitet. Unter Umständen ist das Nervensystem befallen (akute Neuroborreliose), was zu Schmerzen einzelner Nervenbereiche oder Lähmungserscheinungen, beispielsweise der Gesichtsnerven, führen kann. Ebenso können Sensibilitätsstörungen auftreten. Auch Herzrhythmusstörungen sind möglich, wenn die Erreger das Herz befallen haben. Seltener kommt es zu einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung, die meist mit Fieber einhergeht und starke bis sehr starke Kopf- und Nackenschmerzen (Nackenstarre) verursacht.

Phase 3 – Chronisches Stadium

Verschiedene spät auftretende Symptome können sich nach Monaten oder auch erst Jahren nach einer Infektion einstellen. In der dritten Phase sind in erster Linie das Nervensystem, die Gelenke und die Haut betroffen. Oftmals entzünden sich einzelne oder mehrere Gelenke und schmerzen entsprechend. Die Beschwerden können in Schüben auftreten oder anhaltend sein. In manchen Fällen kommt es vor allem an Armen und Beinen zu einer Veränderung der Haut. Sie wird dünner oder verfärbt sich bläulich. Doch auch eine chronische Gehirn- oder Rückenmarkentzündung mit Lähmungen ist ein auftretendes Spätsymptom der Lyme-Borreliose.

Um eine chronische Borreliose zu vermeiden, ist es wichtig, erste Anzeichen nach einem Zeckenstich sehr ernst zu nehmen und sich entsprechenden Rat beim Arzt oder Heilpraktiker zu holen.

Link zu Borreliose Teil 2: Diagnose- und Therapieverfahren, welcher die verschiedenen Möglichkeiten der Diagnose, Behandlung und Nachsorge einer Lyme-Borreliose umfassend beleuchtet.

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