Neem
Neem (Azadirachta indica)
Herbarium

Neem

Azadirachta indica

Der tropische Neem-Baum (Azadirachta indica) zählt zu den wichtigsten Heilpflanzen im Ayurveda. Er ist unempfindlich gegenüber Trockenheit und kann bis zu 40 m hoch sowie 200 Jahre alt werden. Die Rinde, Samen und Blätter des majestätischen Mahagonigewächs (Meliaceae) fungieren in Indien seit Jahrtausenden als Allheilmittel. Aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen hat die Neem-Pflanze (auch Niem, Niembaum) dort den Ruf einer "Dorfapotheke". Es gibt kaum eine Beschwerde, mit der es Neem nicht aufnehmen könnte! Verantwortlich dafür ist eine exklusive Kombination von Inhaltstoffen, die gegen Insekten und Krankheitserreger wirken.

Die Pflanze wird zwar seit Jahrzehnten wissenschaftlich erforscht, dennoch konnten die Wirkstoffe bislang nicht vollständig entschlüsselt werden. Man geht von rund 100 Stoffen aus, die je nach Pflanzenteil in unterschiedlichen Kombinationen vorliegen. Die wichtigsten sind das Antioxidans Quercetin und drei antiviral wirksame, extrem bittere Limonoide: Azadirachtin, Nimbidin und Nimbin. Hinzu kommen ätherische Öle, Gerbsäure, Phosphor, Rutin, Schwefel …

Obwohl Neem als Allrounder für vielerlei Gesundheitsprobleme durchgeht – in alten Sanskrit-Schriften nennt man Neem ein Geschenk des Himmels und „Krankheitserleichterer“ – sind es insbesondere bakterielle Infektionen, Pilz- und Parasitenbefall sowie Hautprobleme, Entzündungen und Magen-Darm-Probleme, die mit Neem innerlich und äußerlich behandelt werden können: Blasenentzündung, Blähungen, Darmpilze, Durchfall, Ekzeme, Fußpilz, Geschwüre, Hämorrhoiden, Hautpilze, Juckreiz, Krätze, Läuse, Magengeschwüre, Nesselsucht, Scheidenpilz, Schuppen, Warzen, Wunden usw. Entzündete Mund- und Rachenschleimhäute, Zahnfleischprobleme sowie Erkältungen und grippale Infekte gehören ebenfalls zu den zentralen Neemanwendungen. Auch in der Tiermedizin, Landwirtschaft und Schädlingsbekämpfung ist Neem von Bedeutung.