Rosmarin
Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
Herbarium

Rosmarin

Rosmarinus officinalis

Zweimal bereits wurde der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) in Deutschland zur „Heilpflanze des Jahres“ gekürt: 2000 und 2011. Der immergrüne Kleinstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) ist eine alte Gewürz- und Heilpflanze, deren Herkunftsgebiet der Mittelmeerraum ist. Noch heute tritt der mehrjährige Rosmarin auf der iberischen Halbinsel, in Italien und Dalmatien verwildert auf, wo er Wuchshöhen von 200 cm erreichen kann. Kultiviert kommt er auf 70 bis 100 cm. Als Gewürz ist das nadelähnliche, mit Lavendel, Salbei und Thymian verwandte Kraut fester Bestandteil der mediterranen Küche. Doch

Rosmarin ist mehr als nur eine Gewürzpflanze, seine Inhaltsstoffe haben eine große medizinische Relevanz, weshalb das Heilkraut schon von den alten Griechen, Römern und Ägyptern und in vielen Klostergärten des frühen Mittelalters kultiviert wurde. Im 16. Jahrhundert empfahl Pietro Andrea Matthioli in seinem Kräuterbuch den Rosmarin bei Leber- und Milz-Beschwerden sowie Verdauungsproblemen. Maßgeblich für die zweimalige Wahl zur „Heilpflanze des Jahres“ war der hohe Gehalt an ätherischen Ölen (wie Campher) und Rosmarinsäuren in den Blättern. Sie haben entzündungshemmende, krampflösende und vitalisierende Eigenschaften und ermöglichen eine breite Anwendung in der modernen Heilpflanzenkunde. In erster Linie bei Verdauungsbeschwerden, leichteren psychischen Störungen sowie Entzündungen, zum Beispiel Mund-, Rachen- und Zahnfleischentzündungen.

Die Wirkstoffe des Rosmarins können zudem bei Beschwerden des Bewegungsapparats, Rheuma sowie Herz- und Gefäßerkrankungen hilfreich sein. Auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) spielt die Pflanze eine große Rolle. Dort wird der Rosmarin mit Herz, Leber, Milz und Darm in Verbindung gebracht.

Wirkungen

antibakteriell, antiviral, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, gallefördernd, krampflösend, stärkend, verdauungsfördernd

Anwendungen

Bluthochdruck, Entzündliche Hauterkrankungen, Entzündungen in Mund und Rachen, Gliederschmerzen, Herz-Kreislauf-Prävention, Kreislaufschwäche, Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit und Erschöpfung, Nervosität und Unruhe, Reizdarm, Rheuma, Schmerzen, Schwindel, TCM, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl

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