Wacholder, Gemeiner
Wacholder, Gemeiner (Juniperus communis)
Herbarium

Wacholder, Gemeiner

Juniperus communis

Heute stehen die pflegeleichten Wacholderbüsche in vielen Gärten aufgrund ihres dekorativen Aussehens. Früher pflanzte man den Gemeinen Wacholder (Juniperus communis), weil er als Universalheilmittel galt. Das Zypressengewächs (Cupressaceae) ist in den gemäßigten Regionen der nördlichen Halbkugel heimisch. Dort bevorzugt der „Baum des Jahres 2002“ trockene und lichte Standorte wie zum Beispiel die Lüneburger Heide, was ihm den Trivialnamen Heidewacholder einbrachte. Geläufig sind weiterhin Feuerbaum, Kranewitt, Machandelbaum und Weihrauchbaum. Das immergrüne und anpassungsfähige Gewächs gedeiht allerdings bis ins Hochgebirge.

Für unsere Vorfahren hatte der Wacholder lebenserhaltende Kräfte: aus dem Althochdeutschen übersetzt bedeutet Wacholder in etwa Lebensfrischer oder Wachhalter. Die Germanen und Kelten nutzten die Pflanze bei Magen-Darm-Problemen, Wurm- und Parasitenbefall sowie Leber- und Nierenbeschwerden. In der griechischen Antike galt der Wacholder als Arzneimittel für Husten sowie Brust- und Leibschmerzen. In der heutigen pflanzenbasierten Medizin dienen Wacholderbeeren vor allem zur Förderung der Verdauung. Wissenschaftlich bewiesen ist: die ätherischen Öle und Gerbstoffe des Wacholders können Verdauungsbeschwerden lindern. Weitere volksmedizinische Anwendungsbereiche sind – in Form von Abkochungen, Aufgüssen, Auszügen, Extrakten – Infekte der ableitenden Harnwege, rheumatische Beschwerden, Durchblutung der Nieren, Diabetes und erhöhter Blutdruck.

Den massiven wassertreibenden Effekt von Wacholderbeerenöl bestätigten pharmakologische Studien. Vorsicht ist bei lang andauernden, harntreibenden Durchspülungstherapien oder Frühjahrskuren geboten, da Nierenirritationen möglich sind. Wacholder darf demnach nicht bei entzündlichen Nierenerkrankungen konsumiert werden, ebenso während der Schwangerschaft.

Wirkungen

antioxidativ, antiviral, blutzuckerregulierend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, leberschützend

Anwendungen

Blähungen, Blasenentzündung, Bluthochdruck, Diabetes, Entgiftung, Harnbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Rheuma, Sodbrennen, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl

Enthalten in