Enzyme

Enzyme sind komplexe Proteinmoleküle. Ob Verdauung, Stoffwechsel oder Immunsystem, zum Funktionieren benötigt unser Körper Enzyme: Ohne Enzyme kein Leben! Zur Stärkung des Wohlbefindens kann die therapeutische Einnahme von Enzympräparaten nötig sein.

Lesen Sie mehr

Im Dienst des Lebens: Enzyme gewährleisten den Ablauf fast aller Körperfunktionen

Es gibt mehrere tausend verschiedene Enzyme. Im menschlichen Körper finden sie sich millionenfach und in allen Zellen. Obwohl manche der Eiweißmoleküle nur kurze Zeit bestehen, beeinflussen sie über biochemische Reaktionen die Gesundheit von A bis Z: Enzyme starten, aktivieren, regulieren und beenden unzählige lebensnotwendige Prozesse. Besonders wichtig sind Enzyme für den Stoffwechsel, die Verdauung, das Immunsystem und Blut.

Enzyme und ihre Funktionen im Körper:

  • Enzyme steuern den Stoffwechsel
  • Enzyme managen die Verdauung
  • Enzyme kräftigen das Immunsystem
  • Enzyme bekämpfen Infektionen
  • Enzyme neutralisieren entzündliche Signalstoffe
  • Enzyme mindern Entzündungen und Schwellungen
  • Enzyme beschleunigen die Wundheilung und reduzieren Narbenbildungen
  • Enzyme schrumpfen Ödeme
  • Enzyme fördern die Entgiftung
  • Enzyme begünstigen gesundes Zellwachstum
  • Enzyme halten das Blut flüssig
  • Enzyme sorgen für die Flexibilität der roten Blutzellen
  • Enzyme reduzieren die Aggregation von Blutplättchen

Entsprechend ihrer Funktion werden Enzyme in verschiedene Klassen und Untergruppen eingeteilt. Die sechs Hauptgruppen lauten: Oxireduktasen, Transferasen, Hydrolasen, Lyasen, Isometasen und Ligasen. Diesen gehören wiederum viele einzelne Enzyme an. Einige dieser Enzyme werden nachfolgend vorgestellt. Sie sind insbesondere für die Verdauung und das Wohlbefinden unerlässlich.

Was sind Enzyme?

Enzyme sind der Motor für biochemische Umwandlungen: Tausende lebensnotwendige Reaktionen in unserem Körper wie Verdauung, Atmung oder Wachstum werden durch Enzyme ermöglicht und beschleunigt. Tatsächlich kämen ohne Enzyme die Körperfunktionen zum Erliegen. Auf diese Weise haben Enzyme eine regulierende und kontrollierende Wirkung für die Gesundheit.

Enzyme werden in den Zellen hergestellt. Sie setzen sich aus einer oder mehreren Proteinketten zusammen. In Abhängigkeit von ihrer Enzymklasse besitzen die komplexen Ketten eine charakteristische Faltung.

Bei ihrer Tätigkeit setzen Enzyme Stoffe (Substrate) in andere Stoffe um und spalten große Moleküle auf. Für diese Prozesse gehen Enzyme mit den Substraten eine kurzzeitige Verbindung ein, bleiben selbst aber unverändert. Daher bezeichnet man Enzyme als Biokatalysatoren.

Typische Merkmale von Enzymen:

  • Oft sind Enzyme multifunktional und übernehmen mehrere Aufgaben im Körper.
  • Häufig schließen sich Enzyme zu größeren Komplexen zusammen. Innerhalb eines Komplexes stehen einzelne Enzyme in sich gegenseitig regulierender Wechselwirkung.
  • Manche Enzyme sind sehr spezialisiert und können nur ein bestimmtes Substrat binden und dessen chemische Umsetzung ermöglichen. Andere Enzyme reagieren mit verschiedenen Substraten, sind aber an einen bestimmten Reaktionstyp gebunden.
  • Überwiegend entfalten Enzyme ihre Wirkung erst dann, wenn sie von einem Co-Faktor oder Co-Enzym aktiviert werden, zum Beispiel Vitaminen oder Mineralstoffen.
  • Im Gegensatz zu Enzymen werden Co-Enzyme  bei ihren Aufgaben verbraucht und müssen daher ständig regeneriert bzw. über die Nahrung zugeführt werden.

In unserem Körper gibt es unzählige Enzyme. Die grundlegendste Aufgabe kommt den Verdauungs- und Nahrungsenzymen zu, da sie für die Zerteilung der Nahrung zuständig sind, sowie den Stoffwechselenzymen.

Welches sind die wichtigsten Enzyme?

1. Verdauungsenzyme: Sie werden von den Speicheldrüsen, der Bauchspeicheldrüse, dem Magen und Dünndarm abgesondert und helfen, die Nahrung in ihre Bausteine zu zerlegen, zum Beispiel Aminosäuren oder Fettsäuren. Sie werden über die Schleimhaut aufgenommen und dem Blutkreislauf zugeführt. Der Stoffwechsel sorgt dann für eine direkte Verwertung oder Speicherung der Bausteine.

5 bedeutsame körpereigene Verdauungsenzyme:

Glycosidasen Die überall (Pflanzen, Menschen, Tiere, Pilze) vorkommenden Enzyme gehören zur Enzymklasse der Hydrolasen. Glycosidasen bauen lange Zuckerketten (Stärke, Glykogen) zu einfachen Zuckermolekülen ab.
Laktasen Das im Darm vorkommende Enzym Laktase ist für die Aufspaltung des Milchzuckers (Laktose) in Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose) verantwortlich.
Lipasen Lipasen werden aus der Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm abgegeben. Dort spalten sie Nahrungsfette zu einfachen Fettsäuren und Glyzerin auf. Die Fähigkeit zur Fettverdauung macht die Enzyme physiologisch sehr bedeutsam.
Nukleasen Eine Gruppe von Enzymen, die Nukleinsäuren schneiden oder partiell bzw. vollständig abbauen können.
Peptidasen Eigentlich Peptidbindungshydrolasen (auch: Proteasen, Proteinasen, proteolytische Enzyme). Sie spalten in Fleisch, Fisch, Käse, Nüssen und Eiern vorkommende Proteine und Peptide auf und wandeln diese in Aminosäuren um. Zu den wichtigsten Enzymen dieser Gruppe sind Pepsin, Trypsin und Chymotripsin.

Unser Körper ist von den Verdauungsenzymen vollkommen abhängig. Gibt es systemische Verdauungsprobleme durch einseitige Ernährungsgewohnheiten, verwendet der Körper vermehrt Energie darauf, noch mehr Verdauungsenzyme zu produzieren. Diese Energie fehlt jedoch für andere Prozesse. Zum Beispiel für die Herstellung von Enzymen, die für Zell- oder Gewebereparaturen benötigt werden. Darunter leidet die Gesundheit.

2. Nahrungsenzyme: Sie erfüllen die gleiche Funktion wie Verdauungsenzyme, werden aber nicht von unserem Körper selbst produziert, sondern finden sich in frischem Obst (vor allem Ananas, Bananen, Birnen, Feigen, Kiwis, Papaya), rohem Gemüse (insbesondere Brokkoli, Gurken, Tomaten, Zucchini), Salat und Nüssen. Eine regelmäßige und ausreichende Zufuhr durch die Nahrung fördert das Wohlbefinden ungemein: Unterversorgungen wirken sich unmittelbar auf die Verdauung aus. Zum Beispiel können sich unverdaute Nahrungsreste als Fette oder Schlacken im Körper ablagern. Temperaturen über 42° C zerstören Nahrungsenzyme. Für die Verdauung sind sie dann nutzlos.

5 bedeutsame pflanzliche Nahrungsenzyme:

Amylase Wichtiges Enzym aus Speichel und Pankreas zur Aufspaltung und Aufnahme von Stärke und Kohlenhydraten. Unter anderem baut Amylase die Kohlenhydrate zu Maltose, Glukose und Oligosaccharide um. Das Enzym findet sich in vielen Gemüsen, Getreidekörnern und Früchten sowie auch Tieren.
Bromelain Das Enzym aus der Ananas ist genau genommen eine Gruppe von eiweißspaltenden Enzymen, in der auch andere Faktoren enthalten sind. Bromelain hat zahlreiche Wirkungen, insbesondere im Herz-Kreislauf-System; viele beruhen auf blutverdünnenden Eigenschaften. Weiterhin hemmt Bromelain Entzündungen und stärkt das Immunsystem.
Cellulase Cellulase ist eine Verbindung von drei Enzymgruppen. Ihre Aufgabe ist es, Cellulose (= Hauptbestandteil pflanzlicher Zellen) in Glucose (= wertvolle Energie) umzuwandeln. Ohne diese Funktion können wir nährstoffreiche Kohlenhydrate aus pflanzlicher Nahrung nicht aufnehmen, da wir keine Verdauungsenzyme für den Abbau von Cellulose besitzen. Kurz: Cellulase erhöht den Nährwert von Obst und Gemüse.
Papain Das Enzym aus der Papaya hilft bei der Verdauung von Proteinen. Bei Zöliakie-Patienten kann Papain die Verdauung des Gluten-Bestandteils Gliadin fördern, was Gluten verträglicher macht. Im Herz-Kreislauf-System trägt Papain zum Abbau von Fibrin und Fibrinogen bei. Ferner fördert Papain ein funktionierendes Immunsystem.
Phytase (Pseudo-)Getreide, Nüsse, Hülsenfrüchte und Samen enthalten viel Phytinsäure. Diese umschließt bestimmte Mineralstoffe wie ein Käfig und hemmt deren Aufnahme. Damit kein Mineralstoff-Mangel entsteht, sollte man die Lebensmittel vor dem Verzehr einweichen, keimen oder fermentieren. Bei diesen Prozessen wird das Enzym Phytase aktiviert. Es spaltet die Phytinsäure und erhöht die Verfügbarkeit der vorher gebundenen Mineralstoffe.

Weil Verdauung  den Körper Kraft kostet, wird einmal mehr deutlich, welch hohe Bedeutung der Versorgung mit vitalstoffreichen Lebensmitteln zukommt: Eine pflanzliche, auf Frisch- und Rohkost basierende Ernährung ist für den Enzym- und damit Energiehaushalt ideal.

3. Stoffwechselenzyme: Sie werden in den Zellen produziert und finden sich im ganzen Körper (Zellen, Blut, Organe, Knochen). Von diesem werden Stoffwechselenzyme in großer Zahl benötigt, da sie die Funktionalität von Gehirn, Herz, Lunge, Nieren und anderer Organe aufrechterhalten.

Was muss ich bei der Einnahme von Enzymen beachten?

In der Naturheilkunde genießt die Enzymtherapie zur Stärkung der Verdauung, Kräftigung des Immunsystems und Linderung von Entzündungen einen hohen Stellenwert. Da Enzyme auf dem Weg durch den Körper leicht zerstört werden, sollte die Zufuhr nach therapeutischer Empfehlung in großen Mengen erfolgen. Es kann einige Zeit dauern, bis eine Wirkung eintritt. Dabei gilt es zu beachten:

  • Die Einnahme einzelner Enzyme ist nicht empfehlenswert, Kombinationen sind wirksamer.
  • Ob die Enzyme aus tierischen oder pflanzlichen Quellen stammen, spielt für den menschlichen Körper keine Rolle, da Enzyme nicht artspezifisch wirken.
  • Die Verdauung fördernde Enzympräparate sollten Amylase, Bromelain, Laktase, Lipasen und Peptidasen in hohen Anteilen enthalten. Zu den Mahlzeiten verzehren.
  • Enzyme aus der Gruppe der Hydrolasen (Peptidasen) können dazu beitragen, Störungen im Stoffwechsel, bei der Zellbildung oder in den Organfunktionen zu verbessern.
  • Enzympräparate können die Wirkung von Medikamenten hemmen oder verstärken. Gegebenenfalls muss die Dosierung angepasst werden. Die parallele Einnahme von Enzymen und Medikamenten sollten deshalb therapeutisch begleitet werden.
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Einnahme von Enzympräparaten vermieden werden, da Enzyme das Blut dünnflüssiger machen können. Auch für Bluter sind Enzympräparate tabu.

Um die Wirkung von Enzympräparaten zu unterstützen, empfiehlt es sich, die Nahrungsmittel so nah an ihrem rohen Zustand wie möglich zu verzehren. So verbessern sie die enzymatischen Tätigkeiten, und die sind für eine funktionierende Verdauung und damit das Wohlbefinden essentiell. Mehr zum Thema Nährstoffe erfahren Sie hier .