Karde, Wilde
Karde, Wilde (Dipsacus fullonum)
Herbarium

Karde, Wilde

Dipsacus fullonum

Die Wilde Karde hat aufgrund ihrer stacheligen Blütenstände Ähnlichkeiten mit der Distel, gehört aber zur Pflanzenfamilie der Kardengewächse (Dipsacaceae) und zur Gattung der Karden. Diese umfasst rund 20 Arten. Weitere Bezeichnungen der Wilden Karde sind Kardenwurzel, Waldkarde und Kardendistel.

Die Wilde Karde ist eine zweijährige und krautige Pflanze, die Wuchshöhen von durchschnittlich 80 bis 150 cm erreicht. Ursprünglich kommt die Wilde Karde aus dem mediterranen Raum, mittlerweile ist sie in ganz Mittel- und Südeuropa heimisch. Die Pflanze bevorzugt lehmige Standorte, Überschwemmungsflächen und steinige Brachflächen in den Ebenen und Mittelgebirgen bis 800 m. Früher wurden die getrockneten stacheligen Kardenköpfe zum Kämmen („Karden“) von Wolle benutzt.

Als Heilpflanze ist das Kraut relativ unbekannt, obwohl es bereits in der Antike und im Mittelalter gegen eine Vielzahl von Erkrankungen geschätzt wurde, zum Beispiel zur Behandlung von Durchfall, Gelbsucht und Mundfäule. Unsere Volksmedizin nennt für die Kardenwurzel Hautkrankheiten, Verdauungsbeschwerden und Wundheilung als klassische Anwendungsgebiete. Eine besondere Bedeutung erfährt die Wilde Karde heutzutage in der naturheilkundlichen Behandlung von Borreliose. Diese hat der Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl in seinem Bestseller „Borreliose natürlich heilen“ ausführlich dokumentiert.

Wirkungen

antibakteriell, entzündungshemmend, harntreibend, schweißtreibend

Anwendungen

Borreliose, Entzündliche Hauterkrankungen, Fieber, Gallenbeschwerden, Gelenkschmerzen, Gicht, Immunschwäche, Rheuma, Verdauungsschwäche, Warzen, Wundheilung

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